Vier Herbsttage in den Dolomiten, Tag 3
Geschrieben von hikingharry am 7. November 2010 | Abgelegt unter Dolomiten, Wanderungen
Kurz vor 7 Uhr stehen wir auf, es hat ca. -7°C, der Himmel ist leicht verhangen. Während des Zusammenpackens essen wir einen Riegel, beobachten, wie der Himmel sich verfärbt und gehen das Tal der Schwarzen Rienz entlang zum Einstieg in den Pfad zum Wildgrabenjoch.
Wahrlich ein wilder Graben, den wir da hochsteigen. Zuerst durch hauptsächlich Nadelwald geht es in den Graben hinein, der von steilen Wänden begrenzt wird. Bald merken wir, das wir für ein Frühstück in der Sonne recht hoch hinaus müssen. Auf dem Wildgrabenjoch (2289m) ist es dann endlich soweit. Kaffee, Müsli, windig und eine grandiose Aussicht.
Einen im Ersten Weltkrieg gegrabenen Graben gehen wir in Richtung Dreizinnenhütte weiter. Dabei ist ein kleiner Absatz, gesichert mit einer Kette zu überwinden, anschließend wandern wir den schmalen Steig den Hang entlang. Immer wieder treffen wir auf Reste und Artefakte vom 1. Weltkrieg.
Auf der anderen Talseite ragen hoch die Drei Zinnen empor, die ich so von dieser Richtung noch nie gesehen habe. Wir passieren den Schwabenalpenkopf, den Toblinger Knoten und erreichen die Terassen unterhalb der Dreizinnenhütte. Die Sonne kommt gerade mehr zum Vorschein, gerade die richtige Zeit zum Essen und Trocknen der Tarp. 2 Wraps mit Belag später machen wir uns auf den Weg hinab ins Altensteintal; wieder leuchtende Lärchen, wilde Felswände um uns herum. Schon beeindruckend. Leichtfüßig gehen wir hinab, entspannen uns bei der Weggabelung Zsigmondy-Comici-Hütte und Talschlußhütte, bevor wir dann die letzten 600 Höhenmeter zur Zsigmondy-Comici-Hütte in Angriff nehmen.
Wildes Felsgebirge umgibt uns, lange könnten wir stehen und schauen, bis wir jeden Berg einzeln begutachtet haben. Alle die Rinnen, Wände, Säulen und Felsfluchten, Zacken und Scharten. Schwierig sich auf den Weg zu konzentrieren, immer wieder neige ich dazu mit in den Nacken gelegtem Kopf dahin zu wandern. Keine gute Idee.
Letztendlich erreichen wir die Hütte über der der Zwölferkofel hoch aufragt. Wir kochen (für mich gibt es asiatische Nudelsuppe mit Olivenöl und frischer Zwiebel) . Die Sonne ist schon hinter den Bergen verschwunden. Es wird kälter. Kein Mensch mehr in der Gegend. Wir suchen uns ein Plätzchen, trinken etwas Tee, betrachten den funkelnden Sternenhimmel und gehen schlafen.
Alle Fotos gibt es bei Flickr: ->klick
Der Film von Anatol über diesen Tag ist auf YouTube:
(Älter) Vier Herbsttage in den Dolomiten, Tag 2 | Vier Herbsttage in den Dolomiten, Tag 4 (Neuer)
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