Vier Herbsttage in den Dolomiten, Tag 2
Geschrieben von hikingharry am 27. Oktober 2010 | Abgelegt unter Dolomiten, Wanderungen
Morgens, kurz vor 7 Uhr wache ich auf. Es ist kalt, eiskalt, 2 meiner Wasserflaschen sind fast komplett gefroren, die dritte habe ich in Kopfnähe unters Groundsheet gelegt, diese war auch nicht gefroren. Als ich nach meiner Brille taste stelle ich fest, das sie komplett mit Reif überzogen ist. Ich muß richtig mit den Fingernägeln kratzen, um das Eis runter zubringen. Wie kalt mag es wohl sein, sicher mehr als -5°C. Andere haben später mir erzählt, es hätte so -10°C diese Nacht auf der Höhe gehabt.
Ich stehe auf, ziehe mich warm an, knabbere ein Morgensnickers, trinke ein paar Schlucke eisigen Wassers und nach etlichen Fotos packe ich zusammen und bin um 7:30 Uhr unterwegs. Die ersten Berge werden warm angestrahlt, ich gehe durch Kiefern, Lärchen und Latschen Richtung Sennes Hütte (2126m). Richtig frühstücken werde ich erst an einem sonnigen Plätzchen. Ein hellblauer Himmel wölbt sich fast wolkenlos über mir. Reif glitzert im Gegenlicht.
Das steht am Wegesrand eine Bank in der Sonne, der ideale Frühstücksplatz. Es gibt KnusperCrunchy Müsli mit Milchpulver und lauwarmen Wasser (auch zum Trinken). Ich hole die Tarp aus dem Rucksack, schüttle das Eis heraus und lege sie in die Sonne . Eine halbe Stunde später wandere ich weiter an der Sennes Hütte vorbei zur Seekofelhütte weiter in Richtung Cocodain Joch (Weg Nr. 28)
Zügig gehe ich einen aussichtsreichen Weg zur Cocodain Scharte, und dann einen Steig in ein Tal , das im weiteren Verlauf zum Pragser Wildsee hinunterführt. Wunderschön, wild und romantisch. Nur die noch im Schatten liegenden Steine sind etwas vereist. Da gilt es aufpassen. Am oberen Talende schreite ich über alte, bleiche Kieferstämme, bevor ich über einen Hügel hinüber zur Rossalm komme. Oben werde ich mit einer herrlichen Aussicht belohnt.
Bei der Rossalm mache ich erst mal eine Mittagspause, trockne meine Tarp fertig, koche Kaffee und brate in der Sonne. Wieder ein herrlicher Tag und ein interessantes “Wegerl” vor mir. Es geht den mit “3″ markierten Steig unter dem Nordabhang der Hohen Gaisl entlang, und der gilt als schwieriger Bergweg. Mal sehen.
Letztendlich ein schöner Steig oberhalb der Baumgrenze, der sich in leichtem auf und ab den Berg entlang zieht. Dazwischen gibt es immer wieder herrliche Aussichtsplätze . Inklusive Fotopausen und einer Snackpause brauche ich genau die angegebenen 2:40 Stunden bis zur Dürrenstein-Hütte.
Schnellen Schrittes gehe ich weiter hinab nach Schluderbach, Anatol wollte ja so um 20 Uhr da sein, und da muß ich mich ziemlich beeilen. Es wird kühl, ich beschleunige, um warm zu bleiben, esse im Gehen einen kleinen Snack. Und ich schaffe es. In Schluderbach koche ich mir das Abendessen in der Dämmerung (Püree mit Wurst und Zwiebeln) und laufe weiter zum Parkplatz Höhlenstein, wo ich dann vielleicht 10 Minuten zu früh eintreffe.
Als Anatol kommt suchen wir uns im Dunklen ein ebenes Plätzchen; es hat so an die -5°C; wir trinken Tee und lassen den Abend ausklingen.
Der gesamte 2. Tag auf Flickr.
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2 Kommentare »









am 3. November 2010 um 19:56 1.RioLeichtsinn schrieb …
Ahoi Harry!
Da hast du mal wieder traumhafte Fotos gemacht.
Ich werde nächstes Jahr auf jeden Fall mir die Zeit nehmen und eine Tour in der Ecke machen.
Vielen Dank für den Bericht.
Gruß aus Hamburg, Rio
am 20. November 2010 um 04:50 2.hikingharry schrieb …
Rio, danke!
“…und eine Tour in der Ecke machen…” – Das kann ich nur empfehlen.