Kreta – Ost-West-Querung 3

Geschrieben von hikingharry am 30. Dezember 2011 | Abgelegt unter Kreta

Kato Zakros, Ziros

4. November. Kurz nach 6 Uhr wachte ich auf, die Tarp hatte dem Wind, der die ganze Nacht und jetzt noch immer blies gerade noch stand gehalten. Noch immer kam der Wind aus West bis Nord. Rundherum leuchtete das Gestein in rötlichen Tönen, das Meer rauschte schäumend ans Ufer. Nach dem Aufstehen lief ich etwas herum, fotografierte die aufgehende Sonne, den Strand.

Kato Zakros bei Sonnenaufgang

Für das erste mal Packen benötigte ich 1 1/4 Stunde. ganz schön lange, aber Streß hatte ich nun ja wirklich keinen. Nach einem Touren-Startfoto marschierte ich dann los. Immer dem GPS-Track nach, dabei aber auch auf der Karte vergleichend.

Eingang zur Gorge of the Dead oder zum Tal der Toten

Bei den Ruinen eines minoischen Palastes geht es vorbei und nach kurzer Zeit erreichte ich den Eingang zur Schlucht von Zakros auch “The Gorge of the Dead” genannt. Hohe rote Felswände ragten auf, der Wind blies und je tiefer ich in die Schlucht ging desto stiller wurde es. Nur gelegentliches Läuten von Ziegenglocken und natürlich die Geräusche des Windes waren zu hören. An einer sonnigen Stelle frühstückte ich mein erstes Müsli, 150g weniger zu tragen, und weiter gings. Hin und wieder war es recht sogar windstill.

Dann erweiterte sich die Schlucht, der Pfad wendete sich leicht nach links und stieg mehr an. Da hatte ich dann einen guten Ausblick auf die roten, wohl vulkanischen Felsen mit ihren bizarren Formen und Höhlen. Besonders gut gefiel mir der Kontrast zwischen den gelben, vertrockneten Disteln und dem roten Gestein.

Hikingharry im Canyon bei Kato Zakros Am oberen Schluchtausgang Rauhe Felswand E4 Wegmarkirung

Anschließend ging es den ersten vieler Olivenhaine auf einem Feldweg zur Straße nach Zakros, wo ich kurz in einem Kafenion einkehrte, wo ich sogar umsonst das Internet nutzen durfte. Wie ich schon geschrieben habe, die Menschen waren immer sehr, sehr freundlich und nett.

Hinter Zakros war der Weg auch weiterhin gut markiert und führte unter blauem Himmel weiter nach Südwesten nach Ziros. An einer Kapelle am Rande der Hochebene, die ich passierte, gab es sogar Wasser. Stachelige Gräser und dornige Büsche kratzten an meinen Beinen. Und dazwischen immer wieder heftige Windböen.

Hochebene südwestlich von Zakros Hochebene hinter Zakros

Kurz nach 17 Uhr passierte ich Ziros und suchte mir im Schutz der sehr schnell herannahenden Dunkelheit einen Platz abseits der Straße, wo ich die Tarp aufbaute und mich nach einer Portion Asia Nudeln mit Zwiebel, Speck und Olivenöl und etwas Wasser hinlegte.

In Zahlen: 1 Brunnen, 1 griechischer Kaffee, 1 Auto, das mich mitnehmen wollte.

Ziros nach Chrysopigi

An diesem Tag wanderte ich viel auf Straßen, der GPS-Track wollte mich ja auf Feldwege führen, aber ohne Markierung wollte ich dort nicht unbedingt gehen. Mein Plan war ja Kreta von Ost nach West zu wandern und nicht mich von einem E4-Schild zum nächsten zu tasten. Aber es gab ja auch kaum Verkehr. Über Chandras und dem verlassenen Etia kam ich nach Vori, einem ebenso fast verlassenen Dorf ohne Geschäft.

Etwas hinter Ziros Der Weg zu den weißen Wolken Hinterhof Vori Trockenes Land

Im Tal unten war dann ein Bach – der Kaliptra – der recht viel Wasser führte, an einer Betonbrücke ging es über den Bach und dort fand ich auch wieder die E4-Markierungen. Bestrebt weiter zu kommen beeilte ich mich auf die nächste Anhöhe zu kommen. In mir drin hieß es: “Kreta ist so lang, und es ist schon der 2. Tag, also weiter, weiter und weiter.” Durch trockenes, gelbes Land und wieder durch Olivenhaine wanderte ich an Feldwegen entlang und später dann an der Straße, die auch kaum befahren war bis kurz vor Chrysopigi.

In der Nähe von Kato Kria

Und schon war es wieder abends, nach 17 Uhr. Die Sonne war untergegangen, schnell wurde es dunkel. Und ich suchte in einem Olivenhain einen Platz, schon im Mondschein ließ ich mich nieder. Kochen, essen, Tee trinken, den Zikaden zuhören. Über mir tobte wieder der Wind. Genau da war noch was – Flickzeug brauche ich, von der ersten Nacht am Strand war eine Naht etwas beschädigt. Und keine Geschäfte. Morgen dann. Wieder lauschte ich den Geräuschen und betrachtete die Olivenbäume im silbernen Mondlicht. Eingeschlafen.

Tarp Nähe Chrisopigi

In Zahlen: 1 Bach mit Wasser, 0 griechische Kaffees.

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(Älter) Kreta – Ost-West-Querung 2 | Skitour in der Femundsmarka (Neuer)

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